Die Geschichte des Paulinum
Vorgeschichte
Im Jahr 1872 wurde in Brixen durch den Fürstbischof Vinzenz Gasser das später nach ihm benannte Knabenseminar Vinzentinum für die gesamte Diözese Brixen gegründet. Der Diözese Brixen gehörten bis 1964 auch die Teile Nord- und Osttirol sowie Vorarlberg an. Nach dem ersten Weltkrieg, die Trennung Tirols sowie die Machtergreifung der Faschisten in Italien war der Besuch der österreichischen Schüler im Vinzentinum nicht mehr möglich.
Gründung
1926 wurde in den Gebäuden der ehemaligen Landesschützenkaserne das Paulinum als Bischöfliches Gymnasium mit Internat errichtet und am 28. November 1926 durch Bischof Sigismund Waitz eingeweiht und 1932 nach dem Apostel Paulus benannt. Im ersten Jahr besuchten 202 Schüler die Schule und das Internat.
Auflösung des Paulinum
Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 wurde die Schule der Kirche entzogen und durch den nationalsozialistischen Staatsapparat als eine Schule für Jungen, die nach Michael Gaißmayr benannt wurde, weitergeführt. Der Lehrkörper wurde entlassen und war teilweise schwerer Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. Viele Schüler verließen die Einrichtung. Der Schulbetrieb endete im Winter 1945.
Weiterführung und -entwicklung
Am 18. September 1945 wurde das Bischöfliche Gymnasium und Studienheim Paulinum in der Trägerschaft der Diözese Innsbruck wiedererrichtet und verfolgte das Ziel der humanistischen Bildung sowie der Förderung des Priesternachwuchses. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts gab es prägende Veränderungen. 1988 wurde mit den ersten Mädchen der koedukative Unterricht eingeführt und 1999 das Internat geschlossen. Diesen Entwicklungen folgte die Implementierung eines neuen Leitbildes, das die sprachlich-humanistische Ausrichtung weiterträgt und ausdrücklich die soziale Verantwortung, die Achtsamkeit auf Beziehungskultur sowie die spirituell-religiöse Bildung formuliert. Die Einführung der Verschränkten Ganztagesschule im Jahr 2021 folgte neuen gesellschaftlichen Entwicklungen sowie ganzheitlichen und zeitgemäßen Lernkonzepten.
Bauliche Entwicklungen
- 1926: Umbau der Landesschützenkaserne zu Internat und Schule
- 1929: Errichtung der Pauliner Kirche nach den Plänen von Albert Bermoser mit den Glasfenstern von Carl Rieder
- 1960er-Jahre: Aufstockung des Schulgebäudes mit einem dritten Stockwerk und Errichtung eines zusätzlichen Internatsgebäudes westlich der heutigen Schule nach den Plänen von Hermann Hanak
- 2004/05: Errichtung des heutigen Schulgebäudes im ehemaligen Internat mit Erweiterung Richtung Hanggelände sowie der neuen Dreifach-Sporthalle und der Sportanlagen der Stadtgemeinde Schwaz
- 2023/24: Zubau der Verschränkten Ganztagesschule mit neuer Schulbibliothek